Ausstellung: Schatz, schau: Die Blumentapeten des Prekariates

Christoph N. Fuhrer, 69er Jahrgang in Bern geboren, lebt und arbeitet seit zwei Jahren in Berlin, Neukölln. Seine künstlerische Positionierung liegt in einer ironischen Distanzierung zum herrschenden Kunst- und Gesellschaftsbetrieb. Vornehmlich bedient er sich der Techniken der Zeichnerei, Livezeichnerei, und Mixed Media. Die Ausstellung  „Schatz, schau: Die Blumentapeten des Prekariates“ führt die Betrachter und Betrachterinnen in eine aktuelle Kultur- und Gesellschaftsdebatte. Denn, die in der Ausstellung versammelten Zeichnungen beschäftigen sich mit Individuen, Lebenslagen, der Zuspitzung von medial geführten Klischees und deren Aufbrechen. Die einzelnen Zeichnungen ergeben ein fragmentiertes Bild vom derzeitigen Diskurs, dem urbanen Umfeld, und den derzeit darin ablaufenden Prozesse.  Christoph N. Fuhrer verweist in seinen Darstellungen pointiert  auf soziale Auf- und Abstiegsszenarien, auf das neu entstandene Prekariat, das Leben darin. Ironisch reproduziert und hinterfragt er gleichzeitig existierende Deutungshoheiten, die Verklärung neuer Lebensstilgruppen und städtische Distinktionsmechanismen, die ihre Vollendung in der Verdrängung von sozial Schwachen aus Stadtvierteln finden. Christoph N. Fuhrer reflektiert seine Rolle als Künstler und als Kreativprekariat. Er erkennt die Ambivalenz der Rolle von Kunst und Künstler in Gentrifizierungsdebatten und verarbeitet sie auf unterschiedlichen Ebenen in seinen Zeichnungen. Er schafft somit ein subjektives Bild einer Stadt mit seinem biographisch geprägten Zugang zu Menschen, zu Kunst, der den gesamtgesellschaftlichen Kontext nicht außer Acht lässt.

Christoph N. Fuhrer bleibt sich jedoch seiner Linie treu: Kunst die Spaß machen soll und sich selbst nicht zu ernst nimmt, humoristisch und ausgehend von seiner Rezeption interventionistische Gedankengänge voranzutreiben, immer mit spitzer Feder und virtuosem Strich. Gleichzeitig entkulturalisiert er seine Arbeiten und hinterfragt somit den gesamten Kunstbetrieb.

Hingehn!

Christine Scherzinger, Stadtgeographin

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Christoph N. Fuhrer zeigt Zeichnungen musikalisch untermalt von moem und Dildofactory Spe©ialgalerie Peppi Guggenheim International Berlin

Weichselstraße 7, 12043 Berlin Neukölln
Vernissage: Freitag 4. Februar 2011, 19 Uhr
Ausstellung: 8. – 24. Februar Di – Do, 14- 18 Uhr

 

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